v.krippenbiennale 14

29.november 2014 - 6.jänner 2015

teilnehmer: marcel ambrusch, oberhammer, mario oberhofer, barbara rapp, karl steinwender, eva wassertheurer, anita wiegele, klaus zlattinger.

jury:mag. ulli sturm (kunstmanagerin)

dr. heimo schinnerl (museumsdirektor)

mag. jochen bendele (journalist)

preisträger: 1.preis (lavanttaler) marcel ambrusch "jesus has left the building" (nach redensart: elvis has left the building) die leere krippe in der adventszeit als geläufiges symbol für das warten auf das christkind. hier hat jesus die krippe / gebäude allerdings verlassen. dieser zustand stellt fragen in den raum: er war schon da und ist wieder gegangen? wenn ja, warum? kommt er wieder? weihnachten ohne jesus?

2.preis (gutschein) klaus zlattinger "josef allein (erziehend)" detail einer verwitterten venezianischen plakatwand, interpretiert als altmeisterlich anmutende weihnachtliche krippen-idylle, allein - aus der szene verabschiedet haben sich maria (gewöhnlich kniend), ochs und esel - es bleiben eine art krippenform und josef allein übrig. eine engelsähnliche figur schaut vorsichtig vom rechten rand ins bild und muss zur kenntnis nehmen, dass sich die zeiten offenbar gewandelt haben: josef ist alleinerzieher.

3.preis (gutschein) mario oberhofer " welcome my son" the black baby boy - ein synonym für toleranz, akzeptanz sowie gegen ausgrenzung. alles ist nur schein - nichts ist echt. es geht immer um uns menschen nie um eine sache. jesus christ - the black baby boy rührt uns an - wühlt uns auf - fordert uns heraus gewohnte sichtweisen zu hinterfragen. ist der glaube begrenzt? - oder doch nicht? »unser christkindl als neger? warum nit?!«

anerkennung (buch) barbara ambrusch-rapp "suck(ed) the spirit" die hochgradige kommerzialisierung des weihnachtsfestes entzieht uns die kraft und den raum zur entfaltung unserer individuellen spiritualität. auf der suche nach dem verlorenen zauber klammern wir uns an jeden strohhalm, wie irreführend dieser auch sein mag, und saugen uns gierig daran fest, in der hoffnung auf die wiederkehr einer kindheitsillusion.

anerkennung (buch) eva wassertheurer "fast food christmas" wir leben im fast food, wir sehnen uns nach fast food, die welt kocht christmas. wie wär´s mit fast food christmas? fast food christmas bietet literarische pizzen, um das "waiting for christmas" zu verkürzen. die texte, motive wurden postkarten vergangener zeiten entnommen, mit schnellen collagen versehen und mit der reise einer philosophischen fliege konfrontiert. die pizzaschachteln dürfen berührt, betrachtet und daraus mauern, krippen und visionen gebaut werden. auf gelben leinwänden präsentieren sich die collagen-typen der fast food christmas pizzaschachteln und filzen wie kinder dem großen event christmas entgegen, es könnte der eindruck entstehen, dass all diese figuren dem liedchen "ihr kinderlein kommet" entsprungen sind, um am "H" der welt halt zu machen. die charaktere dürfen berührt, positionen und zwischenmenschliche beziehungen beeinflusst und verändert werden. wie auch im leben, soll sich am gelben filz zeigen, dass nichts ist, wie es war, schon gar nicht so sein wird, wie es war.

  

marcel ambrusch "jesus has left the building"  klaus zlattinger "josef allein(erziehend)"

  

mario oberhofer "welcome my son"  the black baby boy

         

babara ambrusch-rapp "suck(ed) the spirit"   eva wassertheurer "fast food christmas"

  

oberhammer "weihnachts-botschaft des friedens"  karl steinwender "...die eltern sind..."

   

eva wassertheurer "christkind u. pyjamadrossel"     anita wiegele "...alle jahre wieder"